Veröffentlicht am
17. November 2023

Prof. Dr. Dirk Engelhardt im Interview mit Lucas Fischer TLM: Lösungsansätze für den Nachwuchsmangel in der Logistikbranche

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., geführt von Lucas Fischer von topjobs-kraftfahrer.de.

Lucas Fischer: Herr Prof. Dr. Engelhardt, wir beobachten mit Sorge den Nachwuchsmangel in der Logistikbranche. Besonders das Jahr 2030 steht im Fokus, wenn ein Großteil der Babyboomer-Generation in den Ruhestand geht. Welche Lösungsansätze sehen Sie, um den Nachwuchs stärker für diese Branche zu gewinnen und wo liegen Ihrer Meinung nach die Kernprobleme?

Prof. Dr. Dirk Engelhardt: Zunächst einmal ist es wichtig zu erkennen, dass wir es hier mit einem multifaktoriellen Problem zu tun haben. Die Logistikbranche in Deutschland steht vor einer großen Herausforderung: Wir haben einen Mangel von über hunderttausend Fahrern und jährlich vergrößert sich diese Lücke um weitere 15.000 Fahrer. Ein signifikanter Teil unserer Berufskraftfahrer ist bereits über 55 Jahre alt. Um die Gründe für den Nachwuchsmangel zu verstehen, haben wir eine Umfrage unter 4.000 Fahrern unserer Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Es kristallisierten sich drei Hauptprobleme heraus: die Entlohnung, das Image des Berufsbildes und die Arbeitsbedingungen.

Das Entlohnungsproblem ist offensichtlich. Ich habe bereits in der Vergangenheit prognostiziert, dass Berufskraftfahrer aufgrund der Knappheit im Markt in Zukunft mit einem Gehalt von 4.000 bis 6.000 Euro rechnen könnten – und ich stehe zu dieser Aussage. Die Gehälter müssen an die Wertschätzung der Tätigkeit angepasst werden.

Was das Image betrifft, so wird der LKW oft als Problem der Gesellschaft dargestellt, dabei ist er eigentlich ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Wirtschaft. Ohne LKWs wäre unser Wirtschaftssystem nicht funktionsfähig.

Bei den Arbeitsbedingungen sehen wir vor allem bürokratische Hürden als Hindernis. Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit dem Kabinettschef der EU-Verkehrskommissarin und Vertretern des Europäischen Parlaments, in dem wir um den Abbau bürokratischer Hürden gebeten haben. Die Berufskraftfahrer wollen fahren und nicht durch übermäßige Auflagen belastet werden. Die Kosten für den Führerschein und die Berufskraftfahrerqualifikation sind ebenfalls zu hoch. In Deutschland müssen bis zu 13.000 Euro investiert werden, bevor jemand überhaupt fahren kann – das ist fernab jeder Realität.

Ein weiterer Punkt ist die Infrastruktur. Wir müssen in Straßen und Parkplätze investieren. Laut Verkehrsprognosen wird das Verkehrsaufkommen auf den Straßen in den kommenden Jahrzehnten um über 50 % wachsen. Uns fehlen allerdings weit mehr als die oft zitierten 22.000 Parkplätze – unsere Untersuchungen zeigen, dass es über 40.000 sind. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Fahrzeugkombinationen länger werden dürfen, um Sanitärmodule fest in den Fahrzeugen zu integrieren. So wäre der Berufskraftfahrer unabhängig von externen sanitären Anlagen.

Lucas Fischer: Mehr als 40.000 fehlende Parkplätze sind eine beachtliche Zahl. Wie realistisch ist es, dass solche Infrastrukturprojekte in naher Zukunft umgesetzt werden?

Prof. Dr. Dirk Engelhardt: Keine politische Partei wird die benötigten Parkplätze schaffen können, da es immer Widerstand gibt. Daher ist ein Umdenken in der Bevölkerung notwendig. Wir benötigen auch neue Fahrzeugkonzepte, um das Problem anzugehen. Wir haben bereits Vorschläge entwickelt, wie ein Sanitärmodul hinter dem Fahrerhaus integriert werden kann, ohne die Gesamtlänge des Fahrzeugs zu beeinflussen. Wir haben bereits Unternehmer, die solche Module eigenständig einbauen und damit positive Erfahrungen machen.

Lucas Fischer: Wie kann die Logistikbranche auf die Generation Z zugehen, die mit einem starken Umweltbewusstsein aufwächst und sich für nachhaltige Jobs interessiert?

Prof. Dr. Dirk Engelhardt: Die Logistikbranche ist ein wesentlicher Teil der grünen Transformation. Ohne LKW-Transporte können keine Windräder oder sonstige Infrastrukturen für erneuerbare Energien errichtet werden. Wir müssen klarstellen, dass grüne Logistik kein Widerspruch ist, sondern die Zukunft. Die Branche bietet abwechslungsreiche Jobs, die auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Lucas Fischer: Vielen Dank, Herr Prof. Dr. Engelhardt, für diese aufschlussreichen Einblicke in die Herausforderungen und Lösungsansätze.

Häufige Fragen

Wir machen Recruiting intern. Brauchen wir externe Unterstützung?

Das kommt darauf an, wie zufrieden Sie mit Ihren Ergebnissen sind. Wenn Ihre Stellen schnell besetzt werden und Ihre Fluktuation niedrig ist: wahrscheinlich nicht. Wenn Sie aber monatelang suchen und Mitarbeiter regelmäßig in der Probezeit wieder gehen, könnte ein spezialisiertes System den Unterschied machen. In einem Erstgespräch finden wir gemeinsam heraus, ob das bei Ihnen der Fall ist.

Was kostet die Zusammenarbeit?

Die Kosten hängen von Ihrer Situation ab. Wie viele Stellen sind offen? Welche Positionen? Wie dringend? In einem Erstgespräch analysieren wir Ihre Ausgangslage und nennen Ihnen einen konkreten Preis. Keine versteckten Kosten, keine Überraschungen.

Wir haben schon Agenturen ausprobiert. Hat nichts gebracht.

Das hören wir oft. Die meisten Agenturen liefern Masse: Viele Bewerbungen, wenig Qualität. Unser Ansatz ist anders. Wir qualifizieren jeden Bewerber vor, bevor er zu Ihnen kommt. Sie führen nur Gespräche mit Kandidaten, die wirklich passen. Und wir geben eine Garantie: 5 qualifizierte Bewerber pro Monat, oder wir arbeiten kostenlos weiter.

Wie schnell kommen die ersten Bewerber?

In der Regel sehen Sie die ersten qualifizierten Bewerbungen innerhalb weniger Tage nach Kampagnenstart. Die Kampagne selbst ist nach 7 Tagen live. Zwischen Erstgespräch und ersten Bewerbern vergehen also etwa zwei Wochen.

Wie viel Zeit muss ich investieren?

Nach dem initialen Setup-Gespräch (60 Minuten) investieren Sie weniger als 1,5 Stunden pro Monat. Wir übernehmen die Kampagnensteuerung, die Bewerbervorqualifizierung und das Bewerbermanagement. Sie führen nur noch die finalen Gespräche.

Funktioniert das auch in unserer Region?

Ja. Unser System ist nicht auf bestimmte Regionen beschränkt. Wir haben Kunden in ganz Deutschland, von der Großstadt bis zum ländlichen Raum. In einem Erstgespräch schauen wir uns Ihre spezifische Situation an.

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Phillip Lewinski
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